19. Mai 2017

Erste KWK-Ausschreibung für mittelgroße KWK-Anlagen findet Ende 2017 statt

Die Bundesregierung hat am 17. Mai 2107 einen Kabinetts-Entwurf für Ausschreibungen im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für mittelgroßen KWK-Anlagen und innovative KWK-Systeme beschlossen.

Das Bundeskabinett hat am 17.05.2017die Ausschreibungsverordnung für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) verabschiedet.
Quelle: Sven Petersen - Fotolia.com

Mittelgroße KWK-Anlagen mit einer installierten Leistung von 1 MW bis 50 MW werden künftig nur noch gefördert, wenn Sie zuvor in einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur einen Zuschlag erhalten haben. Anlagen dieser Größe speisen meist Wärme in städtische Wärmenetze ein, können aber auch größere Gewerbe- oder Industriebetriebe mit Wärme versorgen. Außerdem wird erstmals eine Förderung für innovative KWK-Systeme ausgeschrieben. Solche Systeme kombinieren flexible KWK-Anlagen mit erneuerbarer Wärme, beispielsweise aus Solarthermieanlagen oder Wärmepumpen und sparen so besonders viel Treibhausgase ein. Die zusätzliche Förderkategorie soll der KWK Zukunftsperspektiven eröffnen und notwenige Investitionen in flexible Technologien anreizen.

Insgesamt werden bis zum Jahre 2021 jährlich 200 MW pro Jahr ausgeschrieben, wovon anfänglich 150 MW auf herkömmliche KWK-Anlagen und 50 MW auf innovative KWK-Systeme entfallen. Der Anteil der innovativen KWK-Systeme steigt langsam an.

Bereits am 21. April 2017 hatte das BHKW-Infozentrum in dem News-Bericht „Regeln für zukünftige KWK-Ausschreibungen“ über die wichtigsten Regeln der KWK-Ausschreibungs-Verordnung berichtet. Einige Anmerkungen der Verbände flossen nun in den Kabinetts-Entwurf der Verordnung zur KWK-Ausschreibung ein.

Staatssekretär Rainer Baake gab zum KWK-Gesetz und der Ausschreibungs-Verordnung zu Protokoll: „Die Ausschreibungen für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stellen die Weichen für die Zukunft. KWK ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Bei den KWK-Zielen sind wir auf Kurs. Jetzt geht es darum, dass die Anlagen flexibel auf erneuerbare Strom- und Wärmeerzeugung reagieren.“

In der offiziellen BMWi-Pressemeldung wird Staatssekretär Rainer Baake mit der Aussage zitiert: „Aus guten Gründen hat sich die Bundesregierung bisher für technologiespezifische Ausschreibungen entschieden, wie wir sie im EEG geregelt haben. Das erhöht die Versorgungssicherheit und sorgt für eine bessere regionale Verteilung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Dennoch wollen wir mit einem Pilotvorhaben praktische Erfahrungen mit einer technologieübergreifenden Ausschreibung sammeln. Das Ergebnis werden wir evaluieren und dann die Schlüsse für die weitere Entwicklung der Ausschreibung ziehen.“

Des Weiteren werden gemeinsame Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen eingeführt. Die gemeinsamen Ausschreibungen werden für eine Pilotphase von drei Jahren (2018-2020) eingeführt. Mit dem Pilotvorhaben soll in der Praxis erprobt werden, wie sich eine gemeinsame Ausschreibung von Wind an Land und Solar auswirkt. Das Ausschreibungsvolumen der gemeinsamen Ausschreibungen beträgt insgesamt 400 MW installierte Leistung in jedem der drei Jahre.

 

KWKG-Intensivseminare

Das BHKW-Infozentrum und BHKW-Consult bieten im Juni und September noch einmal zwei KWKG-Intensivseminare an. Die beiden Zusatztermine der eintägigen Seminare werden auf die Veränderungen des KWKG 2017 und die neuen Regelungen der KWK-Ausschreibung eingehen.

Pressemitteilung des BMWi vom 17.05.2017
Pressemitteilung des BMWi vom 17.05.2017